Apostelwort 4_2026

Wächterdienst

 

15 So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise,
16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
17 Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt,
sondern lasst euch vom Geist erfüllen.
19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern,
singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. (Epheser 5, 15-19)

Liebe Schwester, lieber Bruder in Jesus Christus unserem Herrn,

vielleicht fragst du dich gerade bei der Überschrift, wo will der Apostel hin?

Auch wir leben, wie unsere Mütter und Väter, in Zeiten, da das Böse mit allen Mitteln versucht, den Menschen von
einem christlichen Lebenswandel zu trennen. Allmählich wird der Mensch gleichgültig und lässt sich treiben. Das
Auseinandersetzen mit Gottes Willen und der Bestimmung des Menschen macht zu viel Mühe und es geht doch
auch so. Ist es dir und mir wichtig, unser Verhalten und unsere Worte zu überdenken, dann werden wir uns dazu Zeit
nehmen müssen. Wie viel liegt uns an einem christlichen Lebenswandel – eben anders zu sein als diese Welt?
Wollen wir beide Gottes Willen tun und für unseren Nächsten ein gutes Vorbild sein?

Christus selbst hat uns gewarnt vor der Zeit, in der wir jetzt leben. Es werden gewaltige geistige Kämpfe stattfinden
und große Verführungen an den Menschen herantreten.

4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe.
5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen:
Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. (Matthäus 24, 4-5)

Wir, die Gemeinde, stehen in einem ständigen Kampf der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse. Es geht nicht
um den Kampf gegen Fleisch und Blut, sondern um den Kampf gegen Mächte und Gewalten unter dem Himmel. Wir
sind in dieser Welt und diesen Kräften ausgesetzt, mit deiner und meiner ständigen Entscheidung zu Jesus Christus.
Da kommen wir in Situationen und an Stellen, wo wir uns dann fragen, wie sind wir hierhergekommen. Wo sind wir
falsch abgebogen und haben die entsprechenden Zeichen nicht erkannt? Paulus schreibt aus Sorge an seine Brüder
und Schwestern, also auch an uns. Er sieht in seinen Tagen die Gefahren, denen die Gemeinde ausgesetzt ist. Was
hat sich zu unserer Zeit geändert? Eigentlich nichts, nur dass das Böse andere Werkzeuge nutzt und jede noch so
kleine Lücke, vermeintlich ganz harmlos, nutzt.

Jetzt kommen wir zu dem Wächterdienst in der Gemeinde, dem Auftrag, die Gemeinde zu bewahren vor den Einflüssen
aus der Welt. Es fängt an mit dem oberflächlichen Sehen und Hören, dem harmlosen Verführt-Werden, dem
vermeintlich doch guten Kompromiss, den wir eingehen. Wir wollen doch beide den Frieden in unseren Familien und
in unseren Gemeinden. Doch wozu sind wir bereit, wo legen wir die Axt an unsere Glaubenswurzeln? Wachsamkeit
und Treue sind heute wieder sehr deutlich gefragt. Wo führen uns unsere Wege hin, näher zu Gott oder ist es der
Spagat zwischen Christus und Satan?

15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist.
Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.
16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben,
ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. (1. Johannes 2, 15-16)

Das sind doch recht deutliche Worte, die der Herr an sein Volk, an uns richtet: den breiten Weg zu verlassen und in
den Kampf des schmalen Weges einzutreten. Ein bisschen Kirche und ein bisschen Welt wird nicht funktionieren.
Da ist Verlockung, da ist Verführung, da ist es der Ruf nach Freiheit und der Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Die Welt hält unzählige Möglichkeiten bereit. Ruhm, Ehre und Karriere sind nur einige, die uns angeboten werden.
Der Einfluss auf Leib, Seele und Geist ist sehr groß. Wir vergessen dabei, dass Gott Allmacht ist und seine Kinder
nicht verlässt. Was bleibt am Ende unserer Tage übrig, was hat bei Gott Gewicht, wenn wir bedenken, dass alles
Gnade ist? Worauf richten wir unser Trachten und Sinnen aus? Versuchen wir, auf einem schmalen Grat zu gehen
oder wählen wir den sicheren Weg mit Jesus Christus?

Gerade deshalb muss ein Weckruf von uns, von den Christen ausgehen. Zeigen wir auf, wo die Wege dieser Welt
hinführen und das sehr deutlich! Es beginnt in meinem Herzen, in unseren Familien und Gemeinden. Das Apostelamt
Jesu Christi hat von Gott einen großen Schatz geschenkt bekommen, das Vierfache Amt, die Lehrerschaft und die
damit verbundene Seelsorge. Es geht um die Bewahrung und Erbauung der Gemeinden. Jeder ist aufgerufen, sich
mit seinen Gaben zu beteiligen. Welche Speise bringen wir in die Gemeinde? Wird jeder davon satt und ist sie
bekömmlich? Wie begegne ich dem Menschen, den uns Gott in den Weg schickt? Wo wir Gefahren sehen, müssen
wir warnen und das mit dem lieben, aus dem Geist geborenen, Wort. Wir haben sehr oft die Angst, dass der Mensch
es falsch verstehen könnte oder morgen vielleicht die Gemeinschaft, den Gottesdienst verlässt. Wir beide sind der
Wahrheit verpflichtet und der Mensch kann daraus seine Entscheidungen treffen. Aber alles muss immer auf dem
Boden der Liebe gegründet sein. Es hilft nicht, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, zu sagen, dass wir das
haben kommen sehen. Wo haben wir dann ein Sicherheitsgitter über dem Brunnen angebracht? Wir haben uns
mitschuldig gemacht, weil wir nicht auf die Gefahr hingewiesen haben. Wir müssen gewappnet sein, die geistige
Waffenrüstung (vergangene Mitteilungsblätter 3_2023 – 5_2024) anlegen. Es reicht nicht, zu wissen, was dazu gehört,
sondern „Ich“ muss sie anlegen. Viele Menschen sind unzufrieden, ein Weg in Treue und Gehorsam reicht nicht
aus und wir greifen gerne nach den Sternen. Das Weite und Unerreichbare lockt und dabei sehe ich meinen Bruder
und meine Schwester, die Hilfe und Zuwendung brauchen, nicht mehr an meiner Seite.

Dank der Gnade Gottes wurde uns ein Kind geboren, das wuchs und zunahm. Er ist zum Christus (Erlöser) für „alle“
Menschen geworden. Er ist unsere Brücke, der Weg zurück zum Vater. Diesen Weg wollen wir den Menschen in Rat
und Tat aufzeigen und vor den Gefahren dieser Welt warnen, wie die Wächter auf der Schutzmauer der Stadt. Sie
warnen laut und deutlich vor dem Feind.

Apostel Matthäus

Apostelwort 3_2026

Gottes Wirken im Fleisch und
die Wiederkunft Jesu Christi

 

Liebe Geschwister in Christus, unserem Herrn,

schließen sich die Lehre von Gott im Fleisch und die verheißene Wiederkunft Christi gegenseitig aus? Das ist eine
Frage, die den einen oder anderen in dieser Zeit in unserer Kirche umtreibt und ich möchte gleich am Anfang meiner
Ausführungen die Antwort darauf geben: Wenn wir die Heilige Schrift als unsere Grundlage nicht nur ansehen, sondern
intensiv in ihr lesen und sie zu Rate ziehen, dann erkennen wir, dass beide Aussagen einander bedingen.

Die Grundlagen unseres Glaubens stehen auf dem Fundament der Heiligen Schrift, Altes und Neues Testament.
Darüber hinaus zählen wir unser Glaubensbekenntnis – das Apostolikum, das Vaterunser, die Heiligen Zehn Gebote,
das Sakrament der Heiligen Taufe, das Sakrament der Heiligen Versiegelung und das Sakrament des Heiligen
Abendmahls zu den Schwerpunkten unseres christlichen Glaubens. Alle unsere Glaubensgrundlagen sind im „Ratgeber
und Wegweiser“ aufgeschrieben, der in jedem apostolischen Haus vorhanden (und in Gebrauch) sein sollte.

Mit dem 2. Mai 1902, dem Tag der Berufung des Ältesten Julius Fischer zum Apostel Juda, wurde die Glaubensaussage
von der Gegenwärtigkeit Jesu Christi wieder zum zentralen Mittelpunkt. Dabei ging Apostel Juda jedoch davon
aus, dass sich die Wiederkunft Jesu Christi in seiner Person bereits vollzogen habe. In diesem Zusammenhang hat
er eine Lehre von „Gott im Fleisch“ begründet. Aus der Heiligen Schrift, insbesondere aus dem Beginn
des Johannesevangeliums  erfahren wir, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus Fleisch geworden ist.
Wir bekennen die Einmaligkeit unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi und unterscheiden heute
zwischen seiner Auferstehung, die heute seine Gegenwärtigkeit zur Folge hat,
und seiner noch bevorstehenden verheißenen Wiederkunft.

Aussagen zur Wiederkunft Christi bzw. zu seinem „Wiederkommen“ können wir in der gesamten Heiligen Schrift, im
Alten und im Neuen Testament, an verschiedenen Stellen nachlesen.

Im Alten Testament finden wir diesbezüglich hauptsächlich Aussagen, die durch prophetisches Wort
bestimmte Situationen und Geschehnisse beschreiben und sich beim ersten Kommen Christi noch nicht erfüllt haben.
Im Glauben an die Wahrheit von Gottes Wort können wir sicher davon ausgehen, dass sich diese Prophetien
noch erfüllen werden. Im Neuen Testament ist es der Herr selbst, der zu seinem „Wiederkommen“
deutliche Aussagen trifft. Dazu finden wir in fast allen Briefen der Apostel wie auch in der Offenbarung
des Johannes weitere Aussagen und Hinweise.

Das, was Gott von Beginn seiner Schöpfung an wollte, nämlich eine ewige Gemeinschaft in Frieden mit seinem
Ebenbild und der gesamten Schöpfung, was durch die Sünde zerstört wurde, das hat er in seinem Heilsplan, seinem
Erlösungswerk nie aus den Augen verloren. Die verheißene Wiederkunft Jesu Christi wird dieses göttliche Ziel wieder
und endgültig herbeiführen. Einen Vorgeschmack auf diese verheißene Zukunft können wir unter anderem beim
Propheten Jesaja im Kapitel 65 nachlesen:

„Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken
und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn
siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und
mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.“

Und weiter:

„Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf
und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde
fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.“

Gott, unser himmlischer Vater verheißt ein ewiges Reich als einen Bereich einzigartigen Segens. Wenn der Herr sein
Reich von Frieden und Gerechtigkeit aufrichtet, wird er erfüllen, was unter anderem in diesen Versen geschrieben
steht. Es ist ein Abschnitt, der vielleicht mehr als jeder andere Abschnitt in der Heiligen Schrift den Wohlstand und
den Segen dieser kommenden Zeit beschreibt. Diese Beschreibung des göttlichen Friedensreichs ist die Erfüllung
aller Verheißungen Gottes an sein Volk. Der Herr ruft uns auf, uns zu freuen und für immer zu jubeln über das, was
er in Bezug auf seine Kinder schaffen will. Es wird keine Trauer mehr zu finden sein, sondern eine ewige Freude.
Selbst die Schlange wird nichts Böses mehr anrichten, weil alles unter der Kontrolle des Menschensohnes steht.
Was für eine wunderbare Heilsgewissheit!

Trotz dieser Vorfreude heißt es für uns in unseren heutigen Tagen weiterhin, wachsam und betend zu bleiben. Der
Herr hat es im Lukasevangelium Kapitel 12, 45 ff. klar vorhergesagt, dass in dem Moment der Riss in seiner Gemeinde
sein wird, wo die Erwartung an seine Wiederkunft aufhört. Auch wir hatten die Augen dafür verloren, aber wir
beginnen, es wieder zu sehen. Und damit wird auch unser Auftrag wieder klarer. Wir sind nicht zu unserem Selbstzweck
da, sondern stehen in dem Auftrag, der Welt die Hoffnung der frohen Botschaft Jesu Christi nahezubringen
und zu verkünden. Dabei ist die Verheißung der Wiederkunft Christi eine zentrale Botschaft in der Verkündigung des
Evangeliums unseres Herrn. Auch wenn wir in unterschiedlichen und vielfältigen Anfechtungen leben, dürfen wir
unseren Auftrag nicht vergessen. Denn der Herr hat uns in die Welt gesandt, zu lehren, zu taufen und seine Liebe
allen Menschen zu bezeugen. Nur so zeigen sich unsere Treue zu Jesus Christus und unser Vertrauen, auch in
schwierigen Zeiten auf ihn zu bauen. Das sind nachhaltige und wirkungsvollere Zeugnisse als alles Reden. Und dazu
hat er uns zum Einen verheißen „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28, 20) und
zum Zweiten „… ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine
Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1, 8).

Die Zusage unseres Herrn Jesu Christi, bei uns zu sein, drückt seine Nähe und unmittelbare Erreichbarkeit aus. Das
ist das gegenwärtige Wirken Gottes, das sich auch heute in der Wirksamkeit des dreieinigen Gottes in und durch
Menschen offenbart. Die Dreieinigkeit ist die Einheit zwischen dem Vater als dem Sendenden, dem Sohn als dem
Dienenden und dem Heiligen Geist als dem Zeugenden. Für die Gemeinde ist Jesus Christus das Haupt; wir Gläubigen
dürfen durch die Heilige Taufe Glieder am Leibe Christi sein. In dieser Gegenwärtigkeit des Herrn wird Gottes
Wort durch Menschen hör- und sichtbar. Gemeint ist damit nicht eine rein fachliche Lehre oder Grundsätze über
göttliche Dinge.

Wo das Wort Gottes offenbar wird, da berührt sein Heiliger Geist den Menschengeist, da wird Gottes Nähe erlebbar
in Ratgebung und Wegweisung, als Trost und als Kraftquell. Das Wort Gottes ist nicht etwas, was bloß aus der
Vergangenheit stammt (Gott sprach), sondern es ist eine göttliche Mitteilung in der Gegenwart. Gott spricht! Das
Wort Gottes, gewirkt durch den Heiligen Geist und gesprochen durch Menschen, ist ein Wort voll Kraft und Leben.
In diesem ist der Herr gegenwärtig. Das heißt, in bzw. unter den Predigten und Reden der Boten ist Gott heute
gegenwärtig. Und das wiederum bedeutet, wenn unter der Verkündigung unser Herr und Heiland Jesus Christus den
Zuhörern nahe ist, kommt es zu einem Aufhorchen, das zu Glauben führt.

Liebe Schwester, lieber Bruder,

vielleicht fragst du dich jetzt, ob unsere Lehre jahrzehntelang eine falsche Lehre war? Nein, das war sie nicht. Nur
die Aussage von der vollzogenen Wiederkunft war falsch. Zeit seines Lebens unterliegt der Mensch einem ständigen
Prozess der Veränderung, Veredlung und Vervollkommnung. Die Grundlage und der Quell dieses Prozesses sollte
unser Bitten sein: „Heiliger Vater, heilige uns in der Wahrheit. Dein Wort ist die Wahrheit“. Unsere Erkenntnis zur
Wiederkunft ist heute eine andere, aber das gegenwärtige Wirken Gottes war zu allen Zeiten in unserer
Kirche Apostelamt Jesu Christi immer mit Segen verbunden. Unsere geistlichen Mütter und Väter haben
durch ihre unermüdliche Arbeit und Seelsorge in vielen Herzen, Familien und Häusern
einen starken Glauben entfacht, der sich vielfältig in Zeiten von Not und Trübsal bewährt und weiter gebaut hat.
Nutzen wir unser Leben dazu, um davon zu zeugen und Barmherzigkeit zu üben und vertrauen wir dabei
allein auf Gott und auf seinen Sohn Jesus Christus!

„Wohlzutun und mitzuteilen!“ – in diesem Dienst steht unser aller Sendungsauftrag.

Die Bestimmung der Kirche Christi ist die Vorbereitung der Gemeinde (Braut)
auf die Wiederkunft des Herrn (Bräutigam). Daraus ergibt sich ein Auftrag der Apostel, mit allen Sakramenten,
Gottesdiensten und Amtsträgern darauf hinzuwirken. Gottes Auftrag an uns ist es, in der Kraft
des Heiligen Geistes zum Wohle der Gemeinschaft und zum Segen der Welt zu wirken.

Bleiben wir beständig in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes unter Brüdern und Schwestern, wo die Liebe und
die Eintracht wohnen, um uns auf die Wiederkunft unseres Herrn vorzubereiten! Jesus Christus will, dass wir dort
sind, wo er ist. „Herr, dein Reich komme, dein Wille geschehe.“

Apostel Bartholomäus

Apostelwort 2_2026

Geistliche Apostelnamen

 

Ist ein Apostel mit einem geistlichen Namen jemand anderes?

Ihr Lieben, diese Frage habe ich mir seit Oktober 2023 gestellt, da ab diesem Zeitpunkt die ersten Offenbarungen
an unser Ohr (die Apostelkonferenz) gedrungen sind, die geistlichen Namen wieder anzunehmen.

Wird ein Gesandter des Herrn durch einen geistlichen Namen zu einer anderen Person?

Dazu fiel mir die Bibelstelle Johannes 1, 42 ein:
„Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas
heißen, das heißt übersetzt: Fels.“

Jesus vergibt hier einen Beinamen, der den Weg des Simon verändern wird. Der Herr erkennt in Simon Eigenschaften,
die ihn zum Fels machen, wo es später heißt, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.

Mit dem geistlichen Namen der Apostel beginnt ein neuer Wegabschnitt nicht nur für die Apostel, sondern für jeden
Bruder und jede Schwester unseres Apostelamtes Jesu Christi. Gott möchte uns neu ausrichten,
wir sollen Eigenschaften annehmen, die Gott in uns sieht.

Der Name allein hilft nicht. Ich muss bereit sein, mich ausrichten zu lassen. Mit dem Beinamen hat Gott uns eine
Ausrichtung gezeigt, die uns hilft zu erkennen, wie wir sein können, welche Charaktereigenschaften heute dienlich
und gut sind. Die Schrift sagt uns, du musst von Neuem geboren werden und der „alte Adam“ muss sterben. Diesen
Weg haben wir alle vor uns!

Lasst mich bitte dazu ein natürliches Beispiel bringen. Es gibt wahrscheinlich auch in deiner Familie Menschen, die
einen Spitznamen (Beinamen) haben. Warum? Mit dem Spitznamen wird der Mensch beschrieben, wie er in seinem
Alltag zu sehen ist. Er spiegelt oft charakterliche Eigenschaften wider. Der Unterschied zwischen einem Spitznamen
und einem geistlichen Namen besteht darin, dass der Spitzname den Menschen beschreibt, wie er ist! Der geistliche
Name beschreibt den Menschen, den Gott in ihm sieht und er fordert die Veränderung des Menschen. Beide drücken
aber auch familiäre Nähe und Zugehörigkeit aus. Jeder, der diesen Namen hört, kann diesen Menschen mit seinem
Beinamen einschätzen.

Die geistlichen Namen der Apostel sollen genau dieses Vertrautsein in unserer Kirche symbolisieren und gleichzeitig
die Apostel auffordern, eine Nachfolge der biblischen Menschen anzustreben, die uns als Wegweisung gegeben
wurden.

In unserer Kirche wurden die geistlichen Namen bei der Vereinigung unseres Apostelamtes abgelegt, da es keine
Offenbarungen in dieser Zeit mehr dazu gegeben hat. Ich glaube, es war kein Abbruch des Glaubens, wenn Apostel
mit ihrem bürgerlichen Namen gesetzt wurden. Apostel sein heißt, gesandt zu sein!

In unserer Apostelkonferenz hatten wir zwischenzeitlich dieses Thema ausgeblendet, weil es keine Offenbarungen
dazu gab. Aber seit Oktober 2023 erhielten wir wiederholt mehrere deutliche Offenbarungen aus unterschiedlichen
Bereichen und Gefäßen. Also befragten wir unseren Propheten, ob er uns etwas dazu sagen könne. Gott hat ihm
nacheinander geistliche Namen zu den derzeit aktiven Aposteln genannt. Wir waren relativ erschrocken, wie konkret
die Namensgebung war und haben uns mit diesen Namen auseinandergesetzt. Dabei wurden die geoffenbarten
geistlichen Namen nicht nur einmal, sondern mehrfach zu verschiedenen Zeiten von Gott gezeigt.

Wir stellten schnell fest, dass diese Namen uns schon länger begleiteten. Eher unbewusst war das eine oder andere
erkennbar.

Zum Beispiel bei der Berufung unseres Apostelbruders Hardy Grothe kam im Berufungssegen die Aussage:
Und wie mein Sohn Johannes einstens durchs Land gegangen ist und hat von der Liebe geredet und gezeugt
– von der Liebe meines Sohnes Jesus Christus – so sollst auch du mit der Liebe, die ich in dein Herz gegeben
habe, durchs Land gehen.

So können wir noch mehrere Beispiele benennen. Gott ruft uns bei seinem Namen. Es dient zur Orientierung und
zur Sicherheit im Glauben!

Warum schreibe ich euch? Es ist uns wichtig, jeden von euch mitzunehmen und euch teilhaben zu lassen an dem,
was Gott gezeigt hat. Hatten also die Apostel vor uns unrecht mit der Abschaffung der geistlichen Namen? Machen
wir mal so oder so, wie es uns gefällt? Ich möchte hier klar sagen, es geht nicht um richtig oder falsch! Ich achte alle
Entscheidungen, die unsere Väter getroffen haben, da ich davon ausgehe, dass diese Entscheidungen aus einem
ehrlichen Herzen getroffen wurden, mit dem Erkenntnisstand zur Zeit ihres Wirkens.

Weiter glaube ich, dass es oft schwer ist, den klaren Willen Gottes zu erkennen oder diesen wahrzunehmen. Wenn
kein Name gezeigt wurde, ist es besser, den Namen nicht zuzuordnen. Die Grundlage für Offenbarungen ist die
Einigkeit im Apostelamt Jesu Christi unter uns Glaubensgeschwistern. Gott möchte uns so viel schenken. Lassen
wir uns doch bitte beschenken!

Durch die Einigkeit in der Apostelkonferenz und durch das Ringen und Rufen um Klarheit, hat Gott uns beschenkt
und jedem durch Offenbarung einen Namen zugewiesen. Diesen möchten wir tragen und versuchen, uns ganz in
diesem wiederzufinden, mit all der Veränderung, die unser Vater von uns erwartet als seine Jünger und Nachfolger
unseres Herrn Jesu Christi.

Bitte lasst uns auch weiterhin gemeinsam um Wegweisung beten!

Gerne sind wir bereit, mit euch ins Gespräch zu gehen. Es gibt viele Offenbarungen, in denen Gott uns seinen Weg
zeigen möchte. Das betrifft nicht nur die Namensgebung der Apostel.

Gott mit uns!

Apostel Petrus
im Auftrag der Apostelkonferenz

 

Apostelwort 6_2025

Der Neujahrstag und die Epiphanias-Zeit

 

Liebe Geschwister in Christo Jesu, unserem Herrn,

 

der vor uns liegende Jahreswechsel übt trotz seines weltlichen Ursprungs eine besondere Faszination auf viele Menschen aus. Es ist eben nicht nur eine Veränderung beim „Datum-Schreiben“, an die man sich erst wieder gewöhnen muss. Viele Menschen nutzen den Jahresausklang für gemeinschaftliche Begegnungen im Großen oder Kleinen und den Start ins neue Jahr für gute Vorsätze. Diese Einstellung oder Lebensart ist sicher nicht verwerflich.

 

Nicht immer bleibt es bei gesegneten Begegnungen am Silvesterabend und auch manch guter Vorsatz ist schnell vergessen. Dann beginnen wir mit der stets in Reserve gehaltenen Argumentation, dass Neujahr über-haupt keinen kirchlichen Bezug hat und stellen auch unseren Gottesdienst zum Neujahrsmorgen gern in Frage …

 

Doch welchen Segen kann uns eine bewusste Hinwendung zum Neujahrstag denn bringen?

 

Ich erinnere mich eines Satzes, den mein Opa in jedem seiner Gebete benutzte – „Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf“. Ich mag diesen Gedanken, auch wenn ich ihn selbst im Wortlaut nicht so verwende. Alles, was vor uns liegt, mit Gott zu beginnen und auch dankbar abzuschließen, sollte mehr sein als nur die Tradition einer aussterbenden Generation. Dieses urapostolische Gedankengut macht mich frei von einer konstruierten, theologischen Betrachtung des Neujahrstages und kann mir helfen, den Segen Gottes für alle Wege zu suchen (im Natürlichen wie auch im Geistlichen). Und ich bin mir sicher, wohin wir gehen, dort will Gott auch sein. Er will bei uns – mehr noch „in uns“ – sein und uns auf allen Wegen begleiten. Was für ein schöner Ausblick ins neue Jahr …

 

Wie gelange ich jedoch an Gottes Segen? Auf welchem Weg wird Gott auch im neuen Jahr an meiner beziehungsweise an unserer Seite sein?

 

Aus eigenem Erleben empfinde ich die Dankbarkeit Gott gegenüber als einen entscheidenden Punkt. Wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass ich alles in meinem Leben Gott zu verdanken habe, kann ich nicht anders als dankbar zu sein. Doch es geht mir nicht nur um ein kurz gemurmeltes „Danke, Herr“. Wir sollten uns Zeit fürs Danken nehmen. Nur wenn unser Geist zur Ruhe kommt, kann er sich im lebendigen Danken (und Loben) mit Gott im Heiligen Geist verbinden.

 

Dieses Erkennen weckt aber auch Sehnsüchte in mir. Und das ist vermutlich auch genau so beabsichtigt.

 

Ich möchte im neuen Jahr wie-der Gottes Segen erleben, weil mir bewusst geworden ist, dass darin alles begründet liegt. Im GB-Lied Nr. 373 singen wir: „Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen …“

 

Wäre es nicht ein guter Start ins neue Jahr, wenn wir uns mit Sehnsucht im Herzen auf einen gemeinsamen Gottesdienst mit Gebet, Gesang, Predigt und seinem Segen sowie vielen vertrauten, lieben Geschwistern freuen würden? Wir teilen sicher sehr viele gemeinsame Wünsche; darin sollten wir uns gegenseitig stärken und Mut machen. Ich freue mich beim Gottesdienst zum Neujahrstag mehr über die Geschwister, die ich sehen darf (auch wenn wir uns vielleicht etwas müder fühlen als sonst), als dass ich mich über die ärgere, die nicht da sind.

 

Zusätzlich zum Vorgenannten erinnert sich die Kirche Christi an diesem Tag (8. Tag nach der Geburt) auch an die Beschneidung und Namensgebung Jesu. Der Name Jesus heißt im Hebräischen Jehoschua und bedeutet so viel wie “Gott rettet”. Die Evangelisten und auch die Engel Gottes haben diese Botschaft im Neuen Testament durch berührende Beschreibungen und Bilder für uns festgehalten. Die Frohe Botschaft hatte zum Inhalt: Der Retter ist da! Das gilt noch immer, auch für uns heute.

 

Letztlich bleibt es aber meine Entscheidung, ob ich in allem, was mir Gott heute anbietet, Heil und Rettung für mein Leben erkennen kann.

 

Eigentlich gibt es keinen Grund, sich gegen den Neujahrstag als Feiertag mit Gottesdienst in unserer Kirche zu wehren. Vielmehr sollten wir alles in und unter Gottes Segen suchen und nach seinem Willen an uns heranlassen.

 

Mit der Epiphanias-Zeit verbinden wir ein paar sehr interessante Begebenheiten aus der Bibel – den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland an der Krippe im Stall von Bethlehem, die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan und das vielleicht sonderbarste Geschehen/Wunder bei der Hochzeit zu Kana, als Jesus das Wasser in den Reinigungskrügen in Wein verwandelte. Jede einzelne dieser Geschichten wäre es wert, sich ausführlich damit zu beschäftigen und dabei tief in die jeweilige Bedeutung einzutauchen. Das wäre nicht nur hilf- und lehrreich, sondern meines Erachtens sogar (heils-) notwendig, um uns die Epiphanias-Zeit zu erschließen. Doch ich bin mir sicher, dass uns dazu die Epiphanias-Sonntage mit ihren Textworten gute Gelegenheiten bieten werden.

 

Immer wieder geht es um die Bedeutung der Aussagen aus der Heiligen Schrift in Bezug auf unser Leben bzw. unsere Gegenwart. Genau an der Stelle, wo die berührenden Geschichten enden, beginnt nämlich unser persönlicher Glaubensweg „als Christ heute in Erscheinung zu treten“. Auch wenn diese Worte nicht mehr zeitgemäß klingen, wissen wir um den darin enthaltenen Auftrag. Gott ist damals durch seinen Sohn in Erscheinung getreten. Jesus erfüllte die prophetischen Worte aus dem Alten Testament und brachte als Christus das Heil für ein ganze Welt. Wir haben heute den Auftrag, den Menschen in unserem Lebensumfeld diese „froh machende Botschaft“ zu bringen und vorzuleben. Es geht um mich persönlich, um uns als Gemeinschaft im Apostelamt Jesu Christi – um eine lebendige Beziehung zu Gott und seinem Sohn. Immer dann treten besondere Dinge in unser Leben, wenn wir eine ganz große Nähe zu Gott haben.

 

Spüren wir nicht im Alltag, dass es viele Menschen gibt, die voller Sorge in diese Zeit schauen und sich ein helfendes Eingreifen Gottes wünschen? Apostel Paulus schreibt dazu im Römerbrief vor 2000 Jahren sinngemäß ähnliche Gedanken: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.“ (Römer 8, 22). Im Vers 19 hatte er die mögliche Erfüllung so formuliert: „Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden.“ Sind wir uns dieses Auftrages bewusst? Wäre es nicht ein umfassender Segen, wenn sich alle Christen gegenseitig stärken und wir als Nachfolger Christi überall sichtbar würden?

 

Zum Abschluss meiner Gedanken will ich aber keine Forderung an andere richten. Vielmehr geht es darum, dass zuerst ich mich ernsthaft bemühe, als apostolischer Christ erkennbar zu sein. Und wenn wir uns dann noch in diesem Geist verbinden, bin ich überzeugt, dass Gott uns seine Kraft zum Vorleben und Weitertragen dieser Botschaft schenkt.

 

Möge uns Gott mit seinem Geist ins Neue Jahr führen.

 

 

Apostel Hardy Grothe

 

 

Apostelwort 5_2025

Advent und Weihnachten – Weihnachten und Advent

Liebe Schwester, lieber Bruder in Christus, unserem Herrn,

 

vielleicht ziehst du gerade beim Lesen der Überschrift etwas gelangweilt die Augenbrauen hoch, weil es wieder, wie in den letzten beiden Jahren auch, um Weihnachten geht. Ja, ich gebe dir sogar Recht, wenn es erneut nur um die Weihnachtsbotschaft geht, die wir sehr ausführlich aus dem Lukas-Evangelium kennen sollten.

Aber wie sieht es mit der geistlichen Betrachtung dieses sehr wichtigen Details in Gottes Heilsplan aus? Welche Bedeutung haben Advent und Weihnachten für uns heute lebende Gläubige?

Der Apostel Paulus schreibt dazu in seinem zweiten Brief an die Korinther: Denn es geschieht alles um euretwillen, auf dass die Gnade durch viele wachse und so die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes. Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.
(2. Korinther 4, 15-16)

 Es ist der Menschheit und den Christen in Sonderheit aus ihrem Wissen heraus klar, dass Advent Ankunft heißt und Weihnachten das Geburtsfest unseres Heilandes Jesus Christus ist. So weit, so gut.

Aber wie sagte uns der Herr? „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Johannes 18, 36) Da nun aber das Trachten und das Sinnen der Menschen auf zeitliches Glück und Wohlergehen ausgerichtet ist, feiern sie in der Regel solche festlichen Zeiten doch nur nach Normen und Formen. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind“ …

Wahre geistliche Werte darin zu finden, das ist nicht vielen gegeben. Die Heilige Schrift sagt uns dazu im Epheserbrief 3, 16: „dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen“ – mit einfachen Worten: Alles soll uns zur Stärkung und Formung des inwendigen Menschen dienen.

Nun liegt die Geburt Jesu bereits ca. 2000 Jahre zurück. Er wurde geboren, hat sich uneingeschränkt in den Dienst Gottes gestellt, hat ihn verklärt und geoffenbart, hat gelitten, wurde gekreuzigt, ist gestorben und wurde begraben. Er ist am dritten Tage auferstanden von den Toten, ist gen Himmel gefahren, von wo er kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. Damit ist rein formell die Ankunfts- bzw. Vorbereitungszeit vor Weihnachten, dem Geburtsfest Jesu, erfüllt. Das heißt, wenn wir heute von einer Advent- und Vorbereitungszeit reden, dann ist doch in erster Linie das Leben im sogenannten zweiten Advent gemeint – wir bereiten uns auf die Wiederkunft Christi vor.

Allerdings ist es von der geistlichen Betrachtung her nicht ganz so einfach.

Und da sind wir bei Weihnachten. Für viele, ja wohl die meisten, Menschen ist das Weihnachtsfest ein Fest der Familie oder auch ein Fest der Liebe. ABER, die Geburt des eingeborenen Sohnes Gottes steht dabei nicht im Mittelpunkt. Ja, man hört und singt Weihnachtslieder, geht auch vielleicht zur Andacht am Heiligen Abend oder in den Gottesdienst am ersten Weihnachtstag, aber das war es dann meistens schon.

Auch im Apostelamt Jesu Christi wird in einigen Gemeinden am zweiten Weihnachtstag kein Gottesdienst mehr gefeiert. Warum eigentlich nicht?

Ansonsten stehen die Geschenke und das gute Essen im Vordergrund. Da darf sich ein jeglicher selber fragen, welche geistlichen Werte brachte mir das Weihnachtsfest. Ist Christus einstens als Erlöser und Heiland im Stall von Bethlehem geboren, so muss er auch in dir und in mir zur Geburt kommen, damit du und ich ein neues Leben, in Christus gewirkt, beginnen können. Das ist in etwa gleichbedeutend mit der Wassertaufe. Unser Leben erfährt eine Abkehr von unserem bisherigen Leben. Durch das Wort Gottes (gleich Wasser) gehen wir den Weg der Buße und des Evangeliums Christi und nehmen zu an Alter, an Weisheit und an Gnade bei Gott und bei den Menschen. Das ist ein Prozess und jeder von uns geht diesen Weg in einer individuellen, und in Formung und Erkenntnis unterschiedlichen, Zeit. Das bedeutet, mein erster Advent, meine erste Vorbereitungszeit endet für mich, wenn Christus in mir geistlich zur Geburt gekommen ist.

Dann erlebe ich auch das Weihnachtsfest in einer inneren Freude und Erkenntnis, die mit den Normen und Formen, wie die Welt dieses Fest begeht, nichts mehr gemein hat. Den von den Engeln verheißenen Frieden darf ich bewusst in meinem Inneren erleben, so dass meine Seele zur Ehre Gottes singt und seinen Namen von Herzen lobt und preist.

Die von Jesus Christus eingesetzten Sakramente, welche die unmittelbarste und innigste Beziehung zu dem neuen Leben haben, welches Gott uns in seinem Sohn gegeben hat, sind neben der Wassertaufe, der lebendig machende Geist (die Heilige Versiegelung) und das Sakrament des Heiligen Abendmahls, wodurch dieses Leben in uns erhalten, gestärkt und erneuert und seine fortwährende Betätigung gesichert wird.

Heute leben wir, die Gemeinde Christi, in der Erwartung der Wiederkunft Christi und bereiten uns darauf in gegenseitiger Erbauung unter Schwestern und Brüdern, getragen von geschwisterlicher Liebe und Eintracht, zu. Gott hat dazu in der Neuzeit wieder Apostel gegeben, mit der Aufgabe, die Braut (also die Gemeinde Christi) auf das Hochzeitsmahl mit dem Bräutigam, unserem Herrn Jesus Christus, vorzubereiten (Offenbarung 19, 7-10). Das nennen wir das Leben im zweiten Advent. Neben den Aposteln hat der Herr auch wieder seine Geistesgaben und die notwendigen Charaktere (Prophet, Evangelist, Hirte) in seiner Gemeinde offenbart. Mit anderen Worten, sie alle sind die Ordnungen, wodurch die wesentliche Güte und Segensfülle, die in Gott ist, der Welt geoffenbart und in den Schoß der Gemeinde Christi gegeben wurde.

Aussagen zur Wiederkunft Christi bzw. zu seinem „Wiederkommen“ können wir in der gesamten Heiligen Schrift, im Alten und im Neuen Testament, an verschiedenen Stellen nachlesen.

Der Herr hat uns dazu auch einige Gleichnisse, wie zum Beispiel das Gleichnis vom Großen Abendmahl (Lukas 14, 15-24) oder das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25, 1-13) gegeben, die auf dieses Ereignis verweisen und für uns Ratgebung und Wegweisung sind.

Jesus sagte seinen Jüngern, dass es unmöglich sei, den Zeitpunkt seiner Wiederkunft zu bestimmen. Er wird zu einer Zeit kommen, da wir es nicht meinen. Daher ist es nicht wichtig, zu wissen, wann er kommen wird, sondern bereit zu sein, wenn er kommt. Sammeln wir daher in dieser Vorbereitungszeit, unserer Gnadenzeit hier auf Erden, die Schätze, die Ewigkeitscharakter haben. Hören und bewahren wir das Wort Gottes (Weisheit) und setzen es um, dann ist Erkenntnis unser Gewinn und durch diese Zeugnisse und gemachten Erfahrungen mit unserem lebendigen Gott wächst unser Glaube. Allein mit Gottes Hilfe können wir bereit sein, egal welche Umstände er zulässt. Er gibt uns die Kraft, die wir brauchen, um Anfechtungen durchzustehen. Deshalb beten wir in guten wie in sorgenvollen Tagen „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ und „Erlöse uns von dem Übel“.

Bleiben wir beständig in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes unter Brüdern und Schwestern, wo die Liebe und die Eintracht wohnen, um uns auf die Wiederkunft unseres Herrn vorzubereiten. Jesus will, dass wir dort sind, wo er ist. Und wir wollen es auch.

Im Namen der Apostelkonferenz wünsche ich euch und euren Lieben eine besinnliche Zeit im Advent und eine gesegnete Weihnachtszeit!

 

Apostel Frank Laeufer