„Wort zum Tage“ vom 25.12.2025

„Wort zum Tage“ am 25.12.2025 – Deutschland-Radio Berlin
Autorin: Antje Dräger (Apostelamt Jesu Christi)
Lesedauer: etwa 3 min

Guten Morgen,

gerade habe ich mir wieder unsere Weihnachtspyramide mit den schönen geschnitzten Figuren angesehen. Ganz unten ziehen die drei Weisen, oben hütet ein Hirte seine Schafe und in der Mitte ist Josef mit Maria und dem Jesuskind.

Dieses Kind ist ein ganz besonderes. In Weihnachtsliedern ist von „Davids Sohn“ die Rede, und Maria bittet „ … lieber Josef mein, hilft mir wiegen mein Kindelein“. Warum sagt sie nicht „unser Kindelein“? Wer ist der Vater von Jesus? Josef oder David?

Dieses Kind wurde von einer sehr jungen Frau geboren, die noch nie mit einem Mann zusammen war. Es ist Gottes Sohn. Es ist der Heiland, der Messias.

Doch welche Rolle spielt Josef? Und warum gerade er?

Die Antwort findet sich auch in einem Lied: „Es ist ein Reis entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art“.

Jesse hieß auch Isai und er war der Vater von König David. Er lebte ca. 1000 Jahre vor Jesu Geburt.

In der Bibel steht eine Prophezeiung von Jesaja, etwa 700 Jahre vor Jesu Geburt: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht“. Das ist ein Bild dafür, dass ein Nachkomme genau dieser uralten Familie der Heiland sein wird. Daher die Bezeichnung „Davids Sohn“.

Am Anfang des Neuen Testaments finden wir die väterliche Abstammungslinie von Josef, es sind 42 Generationen aufgeführt!

Sie beginnt etwa 2000 Jahre vor Jesu Geburt mit „Abraham zeugte Isaak …“, geht weiter bis „Isai zeugte den König David …“ und weiter bis „Jakob zeugte Josef, den Mann Marias, von der geboren ist Jesus, der da heißt Christus“. Hier wird nicht gesagt: Josef zeugte Jesus.

Die Menschen damals kannten die Prophezeiung von Jesaja und warteten auf die Geburt von diesem Heiland.

Dass Josef nicht der biologische Vater war, konnten sie nicht wissen. Er übernahm die sozialen Aufgaben eines Vaters, ernährte und beschützte die junge Familie und gab ihr seinen Namen, denn er vertraute Maria und er glaubte dem Engel in seinem Traum, der ihm das alles erklärte.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

 

Apostelwort 6_2025

Der Neujahrstag und die Epiphanias-Zeit

 

Liebe Geschwister in Christo Jesu, unserem Herrn,

 

der vor uns liegende Jahreswechsel übt trotz seines weltlichen Ursprungs eine besondere Faszination auf viele Menschen aus. Es ist eben nicht nur eine Veränderung beim „Datum-Schreiben“, an die man sich erst wieder gewöhnen muss. Viele Menschen nutzen den Jahresausklang für gemeinschaftliche Begegnungen im Großen oder Kleinen und den Start ins neue Jahr für gute Vorsätze. Diese Einstellung oder Lebensart ist sicher nicht verwerflich.

 

Nicht immer bleibt es bei gesegneten Begegnungen am Silvesterabend und auch manch guter Vorsatz ist schnell vergessen. Dann beginnen wir mit der stets in Reserve gehaltenen Argumentation, dass Neujahr über-haupt keinen kirchlichen Bezug hat und stellen auch unseren Gottesdienst zum Neujahrsmorgen gern in Frage …

 

Doch welchen Segen kann uns eine bewusste Hinwendung zum Neujahrstag denn bringen?

 

Ich erinnere mich eines Satzes, den mein Opa in jedem seiner Gebete benutzte – „Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf“. Ich mag diesen Gedanken, auch wenn ich ihn selbst im Wortlaut nicht so verwende. Alles, was vor uns liegt, mit Gott zu beginnen und auch dankbar abzuschließen, sollte mehr sein als nur die Tradition einer aussterbenden Generation. Dieses urapostolische Gedankengut macht mich frei von einer konstruierten, theologischen Betrachtung des Neujahrstages und kann mir helfen, den Segen Gottes für alle Wege zu suchen (im Natürlichen wie auch im Geistlichen). Und ich bin mir sicher, wohin wir gehen, dort will Gott auch sein. Er will bei uns – mehr noch „in uns“ – sein und uns auf allen Wegen begleiten. Was für ein schöner Ausblick ins neue Jahr …

 

Wie gelange ich jedoch an Gottes Segen? Auf welchem Weg wird Gott auch im neuen Jahr an meiner beziehungsweise an unserer Seite sein?

 

Aus eigenem Erleben empfinde ich die Dankbarkeit Gott gegenüber als einen entscheidenden Punkt. Wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass ich alles in meinem Leben Gott zu verdanken habe, kann ich nicht anders als dankbar zu sein. Doch es geht mir nicht nur um ein kurz gemurmeltes „Danke, Herr“. Wir sollten uns Zeit fürs Danken nehmen. Nur wenn unser Geist zur Ruhe kommt, kann er sich im lebendigen Danken (und Loben) mit Gott im Heiligen Geist verbinden.

 

Dieses Erkennen weckt aber auch Sehnsüchte in mir. Und das ist vermutlich auch genau so beabsichtigt.

 

Ich möchte im neuen Jahr wie-der Gottes Segen erleben, weil mir bewusst geworden ist, dass darin alles begründet liegt. Im GB-Lied Nr. 373 singen wir: „Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen …“

 

Wäre es nicht ein guter Start ins neue Jahr, wenn wir uns mit Sehnsucht im Herzen auf einen gemeinsamen Gottesdienst mit Gebet, Gesang, Predigt und seinem Segen sowie vielen vertrauten, lieben Geschwistern freuen würden? Wir teilen sicher sehr viele gemeinsame Wünsche; darin sollten wir uns gegenseitig stärken und Mut machen. Ich freue mich beim Gottesdienst zum Neujahrstag mehr über die Geschwister, die ich sehen darf (auch wenn wir uns vielleicht etwas müder fühlen als sonst), als dass ich mich über die ärgere, die nicht da sind.

 

Zusätzlich zum Vorgenannten erinnert sich die Kirche Christi an diesem Tag (8. Tag nach der Geburt) auch an die Beschneidung und Namensgebung Jesu. Der Name Jesus heißt im Hebräischen Jehoschua und bedeutet so viel wie „Gott rettet“. Die Evangelisten und auch die Engel Gottes haben diese Botschaft im Neuen Testament durch berührende Beschreibungen und Bilder für uns festgehalten. Die Frohe Botschaft hatte zum Inhalt: Der Retter ist da! Das gilt noch immer, auch für uns heute.

 

Letztlich bleibt es aber meine Entscheidung, ob ich in allem, was mir Gott heute anbietet, Heil und Rettung für mein Leben erkennen kann.

 

Eigentlich gibt es keinen Grund, sich gegen den Neujahrstag als Feiertag mit Gottesdienst in unserer Kirche zu wehren. Vielmehr sollten wir alles in und unter Gottes Segen suchen und nach seinem Willen an uns heranlassen.

 

Mit der Epiphanias-Zeit verbinden wir ein paar sehr interessante Begebenheiten aus der Bibel – den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland an der Krippe im Stall von Bethlehem, die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan und das vielleicht sonderbarste Geschehen/Wunder bei der Hochzeit zu Kana, als Jesus das Wasser in den Reinigungskrügen in Wein verwandelte. Jede einzelne dieser Geschichten wäre es wert, sich ausführlich damit zu beschäftigen und dabei tief in die jeweilige Bedeutung einzutauchen. Das wäre nicht nur hilf- und lehrreich, sondern meines Erachtens sogar (heils-) notwendig, um uns die Epiphanias-Zeit zu erschließen. Doch ich bin mir sicher, dass uns dazu die Epiphanias-Sonntage mit ihren Textworten gute Gelegenheiten bieten werden.

 

Immer wieder geht es um die Bedeutung der Aussagen aus der Heiligen Schrift in Bezug auf unser Leben bzw. unsere Gegenwart. Genau an der Stelle, wo die berührenden Geschichten enden, beginnt nämlich unser persönlicher Glaubensweg „als Christ heute in Erscheinung zu treten“. Auch wenn diese Worte nicht mehr zeitgemäß klingen, wissen wir um den darin enthaltenen Auftrag. Gott ist damals durch seinen Sohn in Erscheinung getreten. Jesus erfüllte die prophetischen Worte aus dem Alten Testament und brachte als Christus das Heil für ein ganze Welt. Wir haben heute den Auftrag, den Menschen in unserem Lebensumfeld diese „froh machende Botschaft“ zu bringen und vorzuleben. Es geht um mich persönlich, um uns als Gemeinschaft im Apostelamt Jesu Christi – um eine lebendige Beziehung zu Gott und seinem Sohn. Immer dann treten besondere Dinge in unser Leben, wenn wir eine ganz große Nähe zu Gott haben.

 

Spüren wir nicht im Alltag, dass es viele Menschen gibt, die voller Sorge in diese Zeit schauen und sich ein helfendes Eingreifen Gottes wünschen? Apostel Paulus schreibt dazu im Römerbrief vor 2000 Jahren sinngemäß ähnliche Gedanken: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.“ (Römer 8, 22). Im Vers 19 hatte er die mögliche Erfüllung so formuliert: „Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden.“ Sind wir uns dieses Auftrages bewusst? Wäre es nicht ein umfassender Segen, wenn sich alle Christen gegenseitig stärken und wir als Nachfolger Christi überall sichtbar würden?

 

Zum Abschluss meiner Gedanken will ich aber keine Forderung an andere richten. Vielmehr geht es darum, dass zuerst ich mich ernsthaft bemühe, als apostolischer Christ erkennbar zu sein. Und wenn wir uns dann noch in diesem Geist verbinden, bin ich überzeugt, dass Gott uns seine Kraft zum Vorleben und Weitertragen dieser Botschaft schenkt.

 

Möge uns Gott mit seinem Geist ins Neue Jahr führen.

 

 

Apostel Hardy Grothe

 

 

Apostelwort 5_2025

Advent und Weihnachten – Weihnachten und Advent

Liebe Schwester, lieber Bruder in Christus, unserem Herrn,

 

vielleicht ziehst du gerade beim Lesen der Überschrift etwas gelangweilt die Augenbrauen hoch, weil es wieder, wie in den letzten beiden Jahren auch, um Weihnachten geht. Ja, ich gebe dir sogar Recht, wenn es erneut nur um die Weihnachtsbotschaft geht, die wir sehr ausführlich aus dem Lukas-Evangelium kennen sollten.

Aber wie sieht es mit der geistlichen Betrachtung dieses sehr wichtigen Details in Gottes Heilsplan aus? Welche Bedeutung haben Advent und Weihnachten für uns heute lebende Gläubige?

Der Apostel Paulus schreibt dazu in seinem zweiten Brief an die Korinther: Denn es geschieht alles um euretwillen, auf dass die Gnade durch viele wachse und so die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes. Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.
(2. Korinther 4, 15-16)

 Es ist der Menschheit und den Christen in Sonderheit aus ihrem Wissen heraus klar, dass Advent Ankunft heißt und Weihnachten das Geburtsfest unseres Heilandes Jesus Christus ist. So weit, so gut.

Aber wie sagte uns der Herr? „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Johannes 18, 36) Da nun aber das Trachten und das Sinnen der Menschen auf zeitliches Glück und Wohlergehen ausgerichtet ist, feiern sie in der Regel solche festlichen Zeiten doch nur nach Normen und Formen. „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind“ …

Wahre geistliche Werte darin zu finden, das ist nicht vielen gegeben. Die Heilige Schrift sagt uns dazu im Epheserbrief 3, 16: „dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen“ – mit einfachen Worten: Alles soll uns zur Stärkung und Formung des inwendigen Menschen dienen.

Nun liegt die Geburt Jesu bereits ca. 2000 Jahre zurück. Er wurde geboren, hat sich uneingeschränkt in den Dienst Gottes gestellt, hat ihn verklärt und geoffenbart, hat gelitten, wurde gekreuzigt, ist gestorben und wurde begraben. Er ist am dritten Tage auferstanden von den Toten, ist gen Himmel gefahren, von wo er kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. Damit ist rein formell die Ankunfts- bzw. Vorbereitungszeit vor Weihnachten, dem Geburtsfest Jesu, erfüllt. Das heißt, wenn wir heute von einer Advent- und Vorbereitungszeit reden, dann ist doch in erster Linie das Leben im sogenannten zweiten Advent gemeint – wir bereiten uns auf die Wiederkunft Christi vor.

Allerdings ist es von der geistlichen Betrachtung her nicht ganz so einfach.

Und da sind wir bei Weihnachten. Für viele, ja wohl die meisten, Menschen ist das Weihnachtsfest ein Fest der Familie oder auch ein Fest der Liebe. ABER, die Geburt des eingeborenen Sohnes Gottes steht dabei nicht im Mittelpunkt. Ja, man hört und singt Weihnachtslieder, geht auch vielleicht zur Andacht am Heiligen Abend oder in den Gottesdienst am ersten Weihnachtstag, aber das war es dann meistens schon.

Auch im Apostelamt Jesu Christi wird in einigen Gemeinden am zweiten Weihnachtstag kein Gottesdienst mehr gefeiert. Warum eigentlich nicht?

Ansonsten stehen die Geschenke und das gute Essen im Vordergrund. Da darf sich ein jeglicher selber fragen, welche geistlichen Werte brachte mir das Weihnachtsfest. Ist Christus einstens als Erlöser und Heiland im Stall von Bethlehem geboren, so muss er auch in dir und in mir zur Geburt kommen, damit du und ich ein neues Leben, in Christus gewirkt, beginnen können. Das ist in etwa gleichbedeutend mit der Wassertaufe. Unser Leben erfährt eine Abkehr von unserem bisherigen Leben. Durch das Wort Gottes (gleich Wasser) gehen wir den Weg der Buße und des Evangeliums Christi und nehmen zu an Alter, an Weisheit und an Gnade bei Gott und bei den Menschen. Das ist ein Prozess und jeder von uns geht diesen Weg in einer individuellen, und in Formung und Erkenntnis unterschiedlichen, Zeit. Das bedeutet, mein erster Advent, meine erste Vorbereitungszeit endet für mich, wenn Christus in mir geistlich zur Geburt gekommen ist.

Dann erlebe ich auch das Weihnachtsfest in einer inneren Freude und Erkenntnis, die mit den Normen und Formen, wie die Welt dieses Fest begeht, nichts mehr gemein hat. Den von den Engeln verheißenen Frieden darf ich bewusst in meinem Inneren erleben, so dass meine Seele zur Ehre Gottes singt und seinen Namen von Herzen lobt und preist.

Die von Jesus Christus eingesetzten Sakramente, welche die unmittelbarste und innigste Beziehung zu dem neuen Leben haben, welches Gott uns in seinem Sohn gegeben hat, sind neben der Wassertaufe, der lebendig machende Geist (die Heilige Versiegelung) und das Sakrament des Heiligen Abendmahls, wodurch dieses Leben in uns erhalten, gestärkt und erneuert und seine fortwährende Betätigung gesichert wird.

Heute leben wir, die Gemeinde Christi, in der Erwartung der Wiederkunft Christi und bereiten uns darauf in gegenseitiger Erbauung unter Schwestern und Brüdern, getragen von geschwisterlicher Liebe und Eintracht, zu. Gott hat dazu in der Neuzeit wieder Apostel gegeben, mit der Aufgabe, die Braut (also die Gemeinde Christi) auf das Hochzeitsmahl mit dem Bräutigam, unserem Herrn Jesus Christus, vorzubereiten (Offenbarung 19, 7-10). Das nennen wir das Leben im zweiten Advent. Neben den Aposteln hat der Herr auch wieder seine Geistesgaben und die notwendigen Charaktere (Prophet, Evangelist, Hirte) in seiner Gemeinde offenbart. Mit anderen Worten, sie alle sind die Ordnungen, wodurch die wesentliche Güte und Segensfülle, die in Gott ist, der Welt geoffenbart und in den Schoß der Gemeinde Christi gegeben wurde.

Aussagen zur Wiederkunft Christi bzw. zu seinem „Wiederkommen“ können wir in der gesamten Heiligen Schrift, im Alten und im Neuen Testament, an verschiedenen Stellen nachlesen.

Der Herr hat uns dazu auch einige Gleichnisse, wie zum Beispiel das Gleichnis vom Großen Abendmahl (Lukas 14, 15-24) oder das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25, 1-13) gegeben, die auf dieses Ereignis verweisen und für uns Ratgebung und Wegweisung sind.

Jesus sagte seinen Jüngern, dass es unmöglich sei, den Zeitpunkt seiner Wiederkunft zu bestimmen. Er wird zu einer Zeit kommen, da wir es nicht meinen. Daher ist es nicht wichtig, zu wissen, wann er kommen wird, sondern bereit zu sein, wenn er kommt. Sammeln wir daher in dieser Vorbereitungszeit, unserer Gnadenzeit hier auf Erden, die Schätze, die Ewigkeitscharakter haben. Hören und bewahren wir das Wort Gottes (Weisheit) und setzen es um, dann ist Erkenntnis unser Gewinn und durch diese Zeugnisse und gemachten Erfahrungen mit unserem lebendigen Gott wächst unser Glaube. Allein mit Gottes Hilfe können wir bereit sein, egal welche Umstände er zulässt. Er gibt uns die Kraft, die wir brauchen, um Anfechtungen durchzustehen. Deshalb beten wir in guten wie in sorgenvollen Tagen „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ und „Erlöse uns von dem Übel“.

Bleiben wir beständig in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes unter Brüdern und Schwestern, wo die Liebe und die Eintracht wohnen, um uns auf die Wiederkunft unseres Herrn vorzubereiten. Jesus will, dass wir dort sind, wo er ist. Und wir wollen es auch.

Im Namen der Apostelkonferenz wünsche ich euch und euren Lieben eine besinnliche Zeit im Advent und eine gesegnete Weihnachtszeit!

 

Apostel Frank Laeufer

 

 

 

Apostelwort 3_2025

Auf dem Weg zu Pfingsten

Ausgießung des Geistes

Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. 

Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen. (Joel 3, 1- 2)

 

Liebe Schwester, lieber Bruder,

wenn wir in die Geschichte schauen, können wir an vielen Stellen in der Heiligen Schrift lesen, dass Gott sein Volk nie über die Zukunft im Unklaren gelassen hat, es vor- und zubereitet hat. Schon im Alten Bund weisen die Propheten auf unser heutiges Pfingstfest hin. Auch wenn dazu viele Jahrhunderte ins Land ziehen, kommt Gott an sein Ziel. Er deutet auf eine Zeit hin, wo er seinen Heiligen Geist den Menschen senden wird. Gott hat sich nach dem Sündenfall ein Volk auserwählt, das er formt und prägt. Dem Volk wurden Gesetze gegeben, um es auf einen Weg zurück zum Schöpfer zu bringen. Eine lange Zeit ist vergangen, in der wir das Volk begleiten und beobachten können. Wir sehen die Gottesnähe und die Gottesferne – ein Volk im Gehorsam und ein Volk, das sich gegen den Willen Gottes auflehnt. Auch hier sehen wir wieder Gottes Gnade und Langmut mit diesem so eigensinnigen Volk. Er hat es immer erhalten und getragen, neu aufgerichtet und die Wege bereitet.

Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der HERR, bin heilig, ich habe euch abgesondert von den Völkern, dass ihr mein wäret. (3. Mose 20, 26)

Vom Gesetz wissen wir, dass es heilig und gut ist. Das Befolgen ist der Weg, Gott näher zu kommen. Da der Mensch nicht vollkommen ist, hat Gott einen Rahmen und Schranken gegeben. Wie schwer es fällt, sie zu halten und zu befolgen, sehen wir bis in unsere Tage. Israel war in diesen Tagen immer noch, immer wieder, im Kindesalter – durch das Band der Liebe gezogen und erzogen. Es war noch keine Vergebung der Sünden möglich. Der Blick ist auf eine natürliche Schöpfung gerichtet mit Adam und Eva im Paradies. Eva ist geschaffen aus einer Rippe von Adam – „Fleisch von meinem Fleisch“ (1. Mose 2, 23). Wir finden noch nicht die Rede von einem Leib Christi, von einer Kirche Christi. Aber auch schon hier hat der Heilige Geist die Menschen im Alten Bund getröstet und auf etwas Neues, Großes und Zukünftiges hingewiesen.

Mit der Geburt Jesu beginnt ein neuer, alles entscheidender Abschnitt in „Gottes Heilsplan“: Dem Menschen einen Weg zurück zum Schöpfer zu ermöglichen, durch einen Erlöser, Messias. Auch hier finden wir wieder, dass die Zeit erfüllet war. Das, was Propheten im Auftrag Gottes den Menschen offenbart hatten, wurde sichtbar. Wir kennen viele Stellen, die über Jahrhunderte gezeigt waren, aber nicht erklärt werden konnten. Da finden wir zum Beispiel den Stammbaum, aus dem der Erlöser kommen soll, den Ort, an dem er geboren werden soll und alles erfüllte sich vor den Augen der Menschen, die wunderbare Wegbereitung der drei Weisen und ihre Anbetung eines zukünftigen Königs. Und wieder verging Zeit, in der Jesus zunahm vor Gott und Menschen, die Zeit mit seinen Anfechtungen und seinem Kampf gegen das Böse von Anfang an. Wir kennen den Weg, den er gegangen ist, gehen musste. Auch darin finden wir die Erfüllung der prophetischen Worte. Seine Jünger waren Augen- und Ohrenzeugen und verstanden doch vieles noch nicht. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ihr Meister nicht mehr unter ihnen sein würde und schon gar nicht den Weg, den er gehen musste.

 

Das Werk des Heiligen Geistes

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? 

Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. 

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden

Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; 

über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 

über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; 

über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 

Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 

Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. 

Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen. (Johannes 16, 5-15)

Jesus, der zum Christus geworden ist, hat seinen Auftrag in Treue und Gehorsam fast erledigt. Er lässt die Jünger in die Zukunft sehen und den damit verbundenen Auftrag an sie, seine Apostel.

Nachdem 40 Tage vergangen waren, war er vor den Augen der Jünger in einer Wolke aufgenommen, sie konnten ihn nicht mehr sehen, auch keine Gemeinschaft mit ihm haben. Auch hier war wieder Furcht, wie es weitergehen soll. Durch die Engel wurde der Trost, so wie ihr ihn habt auffahren sehen (Himmelfahrt), so wird er wiederkommen (Wiederkunft). Aus dem Himmel, sitzend zur Rechten des Vaters, sandte er den Heiligen Geist auf sie, der nun in ihnen wirksam wurde.

Jesus Christus hat die Gemeinde (Kirche) gegründet, einen geistigen Tempel verheißen und geschaffen. Er ist hierbei der Baumeister (Eckstein), er hat das Werk begonnen und es beendet (Schlussstein). Mit dem Geschehen am Pfingstfest ist alles gesagt und alles getan für die Gemeinde Christi. Auch hier finden wir eine Parallele zu Adam und Eva (Fleisch von meinem Fleisch). Aus Christus ist der geistliche Leib gegründet, er ist das Haupt und wir die Glieder – … ihr in mir und ich in euch (Johannes 14, 20).

Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: 

den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
(Johannes 14, 16-17)

Die Spendung und Ausgießung des Heiligen Geistes beim ersten Pfingstfest waren die Erfüllung seiner verheißenen Worte. Allen, die Jesus Christus angenommen haben, ist diese Gnade geschenkt. Und auch an diesem Tag hat sich die Prophezeiung von Joel erfüllt. Jerusalem hatte viele Besucher, man war versammelt, um das erste Erntedankfest (Schawuot) zu feiern.

Es war jetzt nicht mehr wie im Alten Bund, als der Heilige Geist wenige Menschen als Werkzeug benutzte, sondern jetzt wohnt er in allen Menschen, die Christus angenommen haben.

Schauen wir jetzt in unsere Zeit und unser Verständnis über die Wirksamkeit des Heiligen Geistes.

Wir haben am 01.12.2024 unser neues Kirchenjahr mit einem Textwort aus dem Jesaja 11, 1-5 begonnen. Hier finden wir eine sehr deutliche Beschreibung der Charaktereigenschaften des Heiligen Geistes. Hier spricht der Prophet Jesaja ca. 700 Jahre vor Christus darüber im Auftrag Gottes.

Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.(Jesaja 11, 2)

Wir finden 7 Eigenschaften – auch hier wieder die Zahl 7, die Zahl der Vollkommenheit.

  1. Der Geist des Herrn (Lebensfreude, Zuversicht, Optimismus)
  2. Der Geist der Weisheit (mit Gottes Augen sehen, mit Gottes Wesen lieben)
  3. Der Geist des Verstandes (Verstand der Einsicht, andere haben auch Recht, Fehler zugeben)
  4. Der Geist des Rates (um Gottes Wegbereitung bitten, ihn um Rat fragen, Ruhe, Versöhnung)
  5. Der Geist der Stärke (Gebet, Gemeinschaft, Tröster, Kraftquell)
  6. Der Geist der Erkenntnis (Gott erkennen als Schöpfer, Sinn des Lebens, mein Platz)
  7. Der Geist der Furcht des Herrn (Gottes Allmacht, meine Demut)

Das alles sind nur Ansätze und sie sollen uns zum Nachdenken anregen, mit der einen oder anderen Frage in die Gemeindestunde, in den Bibelkreis zu gehen. Wir wollen das Wort bewegen, meine Gedanken und Gefühle mit Schwester und Bruder teilen. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen (Matthäus 18, 19). Denken wir an die Stunden zurück, in denen uns Gott ganz nahe war und wir beschenkt wurden. Es war der Heilige Geist, der unter uns gewirkt hat.

Und das ist unser Gedenken zu Pfingsten, an die große Gnade Gottes, die er allen Menschen schenken will: Für uns heute ist der Weg Taufe und Versiegelung (einige Taufe), die Aufnahme in die Kirche Christi und die Spendung des Heiligen Geistes durch Apostelhände.

 

Apostel Andreas Guse

Apostelwort 4_2025

Die Trinitatiszeit

In all den zurückliegenden Feiertagen hat Gott, unser Vater, uns alles gesagt und geschenkt, was zu unserer Errettung und zu unserem ewigen Heil notwendig ist.

Jetzt leben wir in der sogenannten festlosen Zeit. – Gibt es für uns Christen wirklich keinen Grund mehr zum Feiern und zum Danke-Sagen?

Wir glauben an einen dreieinigen Gott; Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eins, in dem einen Gott.

Gott hat versucht, es uns Menschen einfach zu machen, ihn in seiner Allmacht und Liebe zu begreifen. Er sandte seinen Sohn, Jesus Christus, auf diese Welt, damit wir in einem Menschen aus Fleisch und Blut Gott in seinem ganzen Wesen und in seiner bedingungslosen Liebe erkennen können.

Christus antwortete auf die Bitte des Philippus, ihm Gott zu zeigen: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ und „Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir, wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen.“ (Johannes 14, 9-11)

Als Christus seinen Auftrag erfüllt hatte und zu seinem Vater zurückging, ließ er seine Jünger nicht allein. Er sandte durch seinen Vater den Heiligen Geist als Tröster und treibende, schöpferische Kraft für seine Jünger. Und das hat bis heute seine wunderbaren Folgen! „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 14, 26)

Der Sohn hat alles vom Vater. Der Heilige Geist empfängt alles vom Vater und von dem Sohn und führt uns in unserem Leben in die Erkenntnis der Wahrheit Gottes durch sein Wort.

Diese drei wirken in untrennbarer Einigkeit und möchten uns Menschen die Nähe unseres Gottes und seines Sohnes verspüren und erleben lassen.

Und damit sind wir mitten in der Trinitatiszeit!

Gottes Wirken in dieser Dreieinigkeit soll auch heute sichtbar und erlebbar werden – für uns, in uns und durch uns.

Nun nützt es uns wenig, nur darüber zu reden. Wir sollen doch ein Tempel Gottes sein! Niemand nimmt uns ernst, allein um unseres Glaubens willen!

Christus sagt weiter: „… Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15, 5)

Und diese Früchte des Geistes sollen heute reichlich sichtbar werden in unseren Gemeinden. So wie der Vater und der Sohn und der Heilige Geist ein untrennbares Miteinander bilden, so soll auch in und durch uns Gott in seiner Liebe lebendig wirksam werden. Und genau das führt uns auch zu einem liebevollen Miteinander unter uns Menschen.

In einer schönen Kindergeschichte wird erzählt, wie eine Familie mit zwei Kindern am Abendbrottisch sitzt. Max ist krank und hat keinen Hunger und lässt seine angebissene Schnitte auf dem Teller liegen. Sein kleinerer Bruder ist noch hungrig und greift zu dieser Schnitte und will sie aufessen. Die Mutter verbietet ihm das und sagt ihm, er könnte sich dadurch anstecken und auch krank werden. Die Eltern sehen, wie der kleinere Bruder eine kleine Weile nachdenkt und dann fragt: Wenn jetzt Max von meiner Schnitte abbeißen würde – und ich bin ja gesund – wird er dann auch gesund werden?

Wir dürfen uns durch Christus anstecken lassen zum Leben, uns infizieren lassen!

Wenn ich Wärme brauche, muss ich mich an den Ofen stellen. Wenn ich Leben haben möchte, muss ich nah an den heran oder sogar mitten in den hinein, der das Leben ist.

Lassen wir es mit Freuden und der notwendigen Geduld zu, dass Gott mich als mein persönlicher Maler mit jedem Pinselstrich zu seinem Ebenbild gestalten will – und das nicht nur in der Trinitatiszeit.

 

Euer Apostel Matthias Sieber

„Wort zum Tage“ vom 10.08.2025

„Wort zum Tage“ am 10.08.2025 – Deutschland-Radio Berlin
Autorin: Antje Dräger (Apostelamt Jesu Christi)
Lesedauer: etwa 3 min

Guten Morgen,

heute ist der 10. August, es ist ein Sonntag mitten in den Sommerferien.

Ist das wahr?

Ich bin in Deutschland, in Brandenburg. Für mich ist es wahr. In Sachsen und Thüringen dagegen beginnt morgen schon wieder die Schule. In Neuseeland ist gerade Winter und man kann in manchen Gebieten sehr gut Skifahren, in Honolulu ist es erst Samstag, der 9. August, kurz vor 19 Uhr.

Vor einigen hundert Jahren hätte man mir unterstellt, dass ich lüge. Man ahnte noch nicht, dass es auf der Welt gleichzeitig Sommer und Winter geben kann, es war noch nicht erforscht.

In der jetzigen Zeit sind meine Aussagen dagegen leicht nachzuprüfen.

In der Bibel stehen viele Berichte über die Erlebnisse von Gottes Volk. Sind sie wahr? Oft sind sie ziemlich unbegreiflich. Doch es geht uns wie den Menschen in früheren Zeiten: Was wir nicht wissenschaftlich beweisen oder mit unseren Sinnen begreifen können, halten wir für unmöglich, für eine Lüge. Oft sagen wir: Ja, wenn wir einen Beweis hätten, würden wir an Gott glauben.

Ändern wir wirklich unsere ablehnende Haltung, wenn wir einen Beweis erhalten?

1947 wurden am Toten Meer uralte Schriftrollen gefunden und gründlich untersucht. Darunter war eine Schriftrolle, die etwa 200 Jahre vor Christus beschrieben wurde. Sie enthält die Prophezeiungen des Jesaja, die so auch in der Bibel stehen.

Unter anderem wird darin sehr genau die Jesu Geburt, sein Leiden und Sterben beschrieben. Wie kann das sein? Wissenschaftler haben die Rolle untersucht: Es ist keine Fälschung. Sie kann nicht nach diesen Geschehnissen beschrieben und dann versteckt worden sein.

Wie viele Menschen sind durch diesen Beweis nun gläubig geworden?

Viele von Gottes Prophezeiungen sind schon eingetroffen. Es gibt noch weitere, zum Beispiel im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Dort heißt es in Kapitel 21, Vers 4:

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“.

Was für ein wunderbares Versprechen! Aber in Vers 27 werden wir gewarnt: „nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge“.

Glaube ich, dass es so kommt? Ja, und ich will gleich im Gottesdienst noch mehr über Gottes Wahrheit erfahren.

Aber vorher werde ich noch schnell unserem Enkel zum 8. Geburtstag gratulieren. Für ihn ist der 10. August nämlich ein ganz besonderer Tag!

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag.

 

 

Apostelwort 3_2025

Auf dem Weg zu Pfingsten

Ausgießung des Geistes

Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen. (Joel 3, 1- 2)

Liebe Schwester, lieber Bruder,

wenn wir in die Geschichte schauen, können wir an vielen Stellen in der Heiligen Schrift lesen, dass Gott sein Volk nie über die Zukunft im Unklaren gelassen hat, es vor- und zubereitet hat. Schon im Alten Bund weisen die Propheten auf unser heutiges Pfingstfest hin. Auch wenn dazu viele Jahrhunderte ins Land ziehen, kommt Gott an sein Ziel. Er deutet auf eine Zeit hin, wo er seinen Heiligen Geist den Menschen senden wird. Gott hat sich nach dem Sündenfall ein Volk auserwählt, das er formt und prägt. Dem Volk wurden Gesetze gegeben, um es auf einen Weg zurück zum Schöpfer zu bringen. Eine lange Zeit ist vergangen, in der wir das Volk begleiten und beobachten können. Wir sehen die Gottesnähe und die Gottesferne – ein Volk im Gehorsam und ein Volk, das sich gegen den Willen Gottes auflehnt. Auch hier sehen wir wieder Gottes Gnade und Langmut mit diesem so eigensinnigen Volk. Er hat es immer erhalten und getragen, neu aufgerichtet und die Wege bereitet.

Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der HERR, bin heilig, ich habe euch abgesondert von den Völkern, dass ihr mein wäret. (3. Mose 20, 26)

Vom Gesetz wissen wir, dass es heilig und gut ist. Das Befolgen ist der Weg, Gott näher zu kommen. Da der Mensch nicht vollkommen ist, hat Gott einen Rahmen und Schranken gegeben. Wie schwer es fällt, sie zu halten und zu befolgen, sehen wir bis in unsere Tage. Israel war in diesen Tagen immer noch, immer wieder, im Kindesalter – durch das Band der Liebe gezogen und erzogen. Es war noch keine Vergebung der Sünden möglich. Der Blick ist auf eine natürliche Schöpfung gerichtet mit Adam und Eva im Paradies. Eva ist geschaffen aus einer Rippe von Adam – „Fleisch von meinem Fleisch“ (1. Mose 2, 23). Wir finden noch nicht die Rede von einem Leib Christi, von einer Kirche Christi. Aber auch schon hier hat der Heilige Geist die Menschen im Alten Bund getröstet und auf etwas Neues, Großes und Zukünftiges hingewiesen.

Mit der Geburt Jesu beginnt ein neuer, alles entscheidender Abschnitt in „Gottes Heilsplan“: Dem Menschen einen Weg zurück zum Schöpfer zu ermöglichen, durch einen Erlöser, Messias. Auch hier finden wir wieder, dass die Zeit erfüllet war. Das, was Propheten im Auftrag Gottes den Menschen offenbart hatten, wurde sichtbar. Wir kennen viele Stellen, die über Jahrhunderte gezeigt waren, aber nicht erklärt werden konnten. Da finden wir zum Beispiel den Stammbaum, aus dem der Erlöser kommen soll, den Ort, an dem er geboren werden soll und alles erfüllte sich vor den Augen der Menschen, die wunderbare Wegbereitung der drei Weisen und ihre Anbetung eines zukünftigen Königs. Und wieder verging Zeit, in der Jesus zunahm vor Gott und Menschen, die Zeit mit seinen Anfechtungen und seinem Kampf gegen das Böse von Anfang an. Wir kennen den Weg, den er gegangen ist, gehen musste. Auch darin finden wir die Erfüllung der prophetischen Worte. Seine Jünger waren Augen- und Ohrenzeugen und verstanden doch vieles noch nicht. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ihr Meister nicht mehr unter ihnen sein würde und schon gar nicht den Weg, den er gehen musste.

 

Das Werk des Heiligen Geistes

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen. (Johannes 16, 5-15)

Jesus, der zum Christus geworden ist, hat seinen Auftrag in Treue und Gehorsam fast erledigt. Er lässt die Jünger in die Zukunft sehen und den damit verbundenen Auftrag an sie, seine Apostel.

Nachdem 40 Tage vergangen waren, war er vor den Augen der Jünger in einer Wolke aufgenommen, sie konnten ihn nicht mehr sehen, auch keine Gemeinschaft mit ihm haben. Auch hier war wieder Furcht, wie es weitergehen soll. Durch die Engel wurde der Trost, so wie ihr ihn habt auffahren sehen (Himmelfahrt), so wird er wiederkommen (Wiederkunft). Aus dem Himmel, sitzend zur Rechten des Vaters, sandte er den Heiligen Geist auf sie, der nun in ihnen wirksam wurde.

Jesus Christus hat die Gemeinde (Kirche) gegründet, einen geistigen Tempel verheißen und geschaffen. Er ist hierbei der Baumeister (Eckstein), er hat das Werk begonnen und es beendet (Schlussstein). Mit dem Geschehen am Pfingstfest ist alles gesagt und alles getan für die Gemeinde Christi. Auch hier finden wir eine Parallele zu Adam und Eva (Fleisch von meinem Fleisch). Aus Christus ist der geistliche Leib gegründet, er ist das Haupt und wir die Glieder – … ihr in mir und ich in euch (Johannes 14, 20).

Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
(Johannes 14, 16-17)

Die Spendung und Ausgießung des Heiligen Geistes beim ersten Pfingstfest waren die Erfüllung seiner verheißenen Worte. Allen, die Jesus Christus angenommen haben, ist diese Gnade geschenkt. Und auch an diesem Tag hat sich die Prophezeiung von Joel erfüllt. Jerusalem hatte viele Besucher, man war versammelt, um das erste Erntedankfest (Schawuot) zu feiern.

Es war jetzt nicht mehr wie im Alten Bund, als der Heilige Geist wenige Menschen als Werkzeug benutzte, sondern jetzt wohnt er in allen Menschen, die Christus angenommen haben.

Schauen wir jetzt in unsere Zeit und unser Verständnis über die Wirksamkeit des Heiligen Geistes.

Wir haben am 01.12.2024 unser neues Kirchenjahr mit einem Textwort aus dem Jesaja 11, 1-5 begonnen. Hier finden wir eine sehr deutliche Beschreibung der Charaktereigenschaften des Heiligen Geistes. Hier spricht der Prophet Jesaja ca. 700 Jahre vor Christus darüber im Auftrag Gottes.

Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. (Jesaja 11, 2)

Wir finden 7 Eigenschaften – auch hier wieder die Zahl 7, die Zahl der Vollkommenheit.

  1. Der Geist des Herrn (Lebensfreude, Zuversicht, Optimismus)
  2. Der Geist der Weisheit (mit Gottes Augen sehen, mit Gottes Wesen lieben)
  3. Der Geist des Verstandes (Verstand der Einsicht, andere haben auch Recht, Fehler zugeben)
  4. Der Geist des Rates (um Gottes Wegbereitung bitten, ihn um Rat fragen, Ruhe, Versöhnung)
  5. Der Geist der Stärke (Gebet, Gemeinschaft, Tröster, Kraftquell)
  6. Der Geist der Erkenntnis (Gott erkennen als Schöpfer, Sinn des Lebens, mein Platz)
  7. Der Geist der Furcht des Herrn (Gottes Allmacht, meine Demut)

Das alles sind nur Ansätze und sie sollen uns zum Nachdenken anregen, mit der einen oder anderen Frage in die Gemeindestunde, in den Bibelkreis zu gehen. Wir wollen das Wort bewegen, meine Gedanken und Gefühle mit Schwester und Bruder teilen. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen (Matthäus 18, 19). Denken wir an die Stunden zurück, in denen uns Gott ganz nahe war und wir beschenkt wurden. Es war der Heilige Geist, der unter uns gewirkt hat.

Und das ist unser Gedenken zu Pfingsten, an die große Gnade Gottes, die er allen Menschen schenken will: Für uns heute ist der Weg Taufe und Versiegelung (einige Taufe), die Aufnahme in die Kirche Christi und die Spendung des Heiligen Geistes durch Apostelhände.

 

Apostel Andreas Guse

Apostelwort 1_2024

Ich ermahne euch –
passt euch nicht der Welt an!

(Römer 12, 1 + 2)

Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. (Römer 12, 1)

Liebe Schwester, lieber Bruder,

der Apostel Paulus schreibt an seine Schwestern und Brüder in Rom. Er möchte ganz nah bei seinen Geschwistern sein und sieht dabei ihre Sorgen und Nöte. Die Frage hierbei „Wie kann ich helfen? Was kann ich tun?“ kann sicherlich fast jeder von uns verstehen. Den richtigen Ton zu finden und dabei in aller Deutlichkeit die Probleme anzusprechen, ist nicht immer leicht. Schnell bauen wir eine Schutzwand auf, um vielleicht unser Gesicht zu wahren und gehen damit an der Hilfe vorbei. Es muss möglich sein miteinander zu reden, teilen zu können, Dinge auf den Punkt zu bringen. Die Ansage von Paulus „Ich ermahne euch“ wird sicher bei vielen Unmut und Ärger ausgelöst haben, aber er möchte die Dinge mit Namen benennen, die uns auf dem Weg zum Vater hinderlich sind.

Wie oft haben wir Gottes Gnade und Barmherzigkeit verspürt oder sind achtlos daran vorbei gegangen? Der Apostel möchte Gottes Willen mit ganzem Herzen und Eifer für alle sichtbar machen. Hierbei sehen wir seine große Glaubenskraft und Ausstrahlung. Er ruft sie auf aktiv zu werden, den Auftrag, Gott wohlgefällig zu leben, anzunehmen. Wir kennen alle die Worte „Da müsste mal einer …“ und wenn es dann darum geht tätig zu werden, sind die Reihen sehr schnell leer. Mit den Lippen geht es schnell, aber die gute Tat kostet Kampf und Mühe. Wenn wir an Gottesdienst denken, verspürst du dann noch das Gefühl deiner Glaubensheimat, das Verbunden-Sein mit Schwester und Bruder? Wie gehen wir mit dem Wort der Predigt um? Und bewegen wir es in den Familien, in den Gemeinden? Kannst du in deiner Gemeinde reden, dein Herz ausschütten? Wir haben einen ganz einfachen, schlichten Glauben und dennoch sollen wir unsere Sichtweise und unser Verhältnis zu Gott, Christus und unserem Nächsten immer wieder überprüfen.

Was geben wir beide als Opfer, das Gott wohlgefällig ist? Wir nennen uns „apostolisch“ (gesandt sein) und sind doch sehr selten darin erkennbar. Wir dürfen durch unseren Lebenswandel dem Nächsten Vorbild sein – also anders, als die Welt uns erwartet. Sind wir beide dazu bereit und zeigen den Weg zu unserem Heiland und Erlöser auf! Paulus hat sich nicht versteckt, sondern ist auf die Menschen zugegangen. Er erzählte von der besten Sache der Welt.

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Römer 12, 2)

Wir haben es in unseren Händen, ob wir uns dieser Welt anpassen oder den Kampf gegen das Böse aufnehmen. Wie weit sind wir an vielen Stellen von Gottes Willen abgekommen und haben uns eigene Wertevorstellungen geschaffen … Um des lieben Friedens willen sind wir manchen Kompromiss eingegangen und mussten doch erkennen, dass dieser Frieden trügt. Gott hat uns Vollmacht gegeben, gegen den Zeitgeist zu kämpfen. Sind wir uns dessen bewusst?! Dazu ist Veränderung nötig, aber zum Guten, zu Gott. Erforschen wir Gottes Willen, seine Wahrheit! Uns begegnet an vielen Stellen Gleichgültigkeit, Herzenskälte, Selbstsucht und Trägheit. Es hat auch nicht vor den Toren des Apostelamtes Jesu Christi haltgemacht.

Wir haben so manche Tür geöffnet und wundern uns dann, wohin wir gekommen sind. Es ist nicht schlimm sich zu verändern. Wenn wir wollen, gibt Gott seinen Segen dazu. Uns mit Weisheit und Erkenntnis beschenken lassen, durch das Lesen der Heiligen Schrift in die Tiefe des Glaubens gehen … Wir sind der Wahrheit Gottes verpflichtet und nicht Traditionen und schon gar nicht sind wir verpflichtet, unsere Maßstäbe, Denkweisen und Sitten der Welt anzupassen.

Stolz, Eigenwille, Streitsucht und Habgier sind einige Eigenschaften, die wir in dieser Welt finden. Anders leben, uns anders verhalten, nicht auf Äußerlichkeiten bauen, sollen wir anstreben. Mit Christus als Vorbild unser Wesen verändern, uns verwandeln lassen – es ist ein Prozess der Umgestaltung und Erlösung. Sind wir dazu bereit? Wir können sicher sein, dass Gott das Herz ansieht und uns kennt und erkennt. Welcher Geist lenkt uns und welches Ziel haben wir vor Augen? Christus und Paulus trafen klare Aussagen, was Gottes Wille ist an uns, an mich. Wir dürfen und sollen alles prüfen: Bringt es mich und die Gemeinde näher zu Gott?

Lassen wir Gottes Geist unter uns wirken! Haben wir Hoffnung und Vertrauen, dass Gott es für uns wohl macht! Er ist der Schöpfer und er ist Allmacht. Gott segne uns dazu, schenke uns Frieden aus dem Glauben und in der Gnade, die er uns durch seinen Sohn zuteilwerden lässt.

 

Apostel Andreas Guse

 

Apostelwort 2_2024

Einmütigkeit statt Müdigkeit

An unserem diesjährigen Kirchentag wurden wir erneut zur Einmütigkeit aufgerufen – einer Einmütigkeit aller Christen! Wir sind aufgefordert, unser gemeinsames Ziel und Fundament Jesus Christus in den Vordergrund zu stellen und nicht die Unterschiede hervorzuheben.

Über Jahrzehnte hinweg waren wir (krampfhaft) be­müht, uns von anderen Christen bzw. christlichen Ge­meinschaften abzugrenzen und natürlich „besser“ dar­zustellen. Wir durften zwischenzeitlich erkennen, dass das ein falscher und nicht gottgewollter Weg war. Es ist allerhöchste Zeit, dass (mindestens) die Christen dieser Welt zusammenstehen – unabhängig von den unterschiedlichen, von Menschen erdachten und ein­geführten Ritualen oder „Gottesdienst­ord­nun­gen“ der einzelnen Kirchenabteilungen.

„Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernst­lich ist!“ (Jakobus 5, 16) lesen wir. Wie viel mehr mag dann eine einige Christenheit bewirken, die ge­mein­sam und ernsthaft im Gebet steht?!

Himmelfahrt und Pfingsten liegen vor uns. Aus der Apos­telgeschichte des Lukas (Kapitel 1, Vers 8) erfah­ren wir, dass Jesus vor seiner Himmelfahrt seinen An­hän­gern die Zusage gab, dass sie die Kraft des Heili­gen Geistes empfangen werden, der auf sie kommen wird.

Diese Zusage konnte sich meines Erachtens aber nur dadurch erfüllen, dass sie seinem Wort glaubten und alle – die Apostel „samt den Frauen und Maria, der Mut­ter Jesu, und seinen Brüdern“ – „einmütig fest am Ge­bet“ hielten (Lukas 1, 13-14).

Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte berichtet Lukas von dem „Pfingstwunder“. Auch hier erfahren wir eingangs, dass sie „alle beieinander an einem Ort“ waren. „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“ (Lukas 2, 2-4)

Es geht nicht unbedingt um die örtliche Nähe, obwohl dies durchaus auch eine wichtige Rolle spielen kann, sondern um die geistliche Verbindung.

„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in mei­nem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mat­thäus 18, 20)

Dieses vorgenannte „Brausen“ und der „gewaltige Sturm“, von dem bei dem „Pfingstwunder“ berichtet wird, steht für mich für „Reinigung“. Das „Verstaubte“, „Althergebrachte“, „Festgefahrene“ an Meinungen, Ge- und Verboten wird vielleicht ganz weggepustet oder auch nur „entstaubt“. Das sollte vor allem bei mir ganz persönlich beginnen. Bin ich tatsächlich bedingungslos offen für seinen Geist, sein Wort? Oder hindern mich meine eigenen Vorstellungen, Gedanken und Wünsche daran, Christus zu folgen?

Wir haben viel von den „großen“ Propheten und ihren Berufungen gehört. Es ging nie um ihre Wünsche, son­dern allein um ihre Bereitschaft, Gottes Auftrag zu er­fül­len und dienbar zu sein.

Wir leben in einer „Zeitenwende“ und es liegt heute an uns, wie es weiter geht. Genau darum ist es wich­tig, dass wir mit aller Ernsthaftigkeit und in der Ein­mütig­keit und Gemeinsamkeit aller Christen handeln.

Wie erwähnt ist das gemeinschaftliche, ernstliche Ge­bet eine besondere Kraft, die viel vermag.

Darüber hinaus können wir unseren Mitmenschen von dieser Hoffnung auf Christus berichten und ihnen einen Weg zum Frieden aufzeigen. Der Weg zum Frieden kann niemals durch Waffen erreicht werden, im Gegenteil nur durch Liebe. Darum sind die Christen auch in besonderer Verantwortung und Pflicht.

Möge sich das „Pfingstwunder“ noch an vielen Menschen vollziehen und der Heilige Geist wirksam werden.

 

„GOTT mit uns!“
Apostel Lukas

 

Apostelwort 3_2024

Vom Beten. Das Vaterunser

Ihr Lieben,

in der Vorbereitung zum Heiligen Abendmahl vor dem 20. Februar 2024 stolperte ich wieder einmal über eine Stelle im Vaterunser:

Und führe uns nicht in Versuchung … (Matthäus 6, 13)

Dieses ganz besondere Gebet, das Jesus Christus sei­ne Jünger lehrte, hat bis heute, gerade auch für uns, eine ganz bestimmte Wertigkeit.

Unabhängig davon, dass ich es persönlich sehr gut fin­de, dieses Gebet nur zum Abendmahl und zur Beerdigung in der Gemeinschaft zu beten, ist es unserem Va­ter wichtig, dass wir alles ins Gebet legen, was uns per­sönlich beschäftigt, seien es eigene Bedrängnisse oder Freuden aus unserem Alltag. Wenn wir uns aber in gro­ßer Bedrängnis befinden, nicht die richtigen Worte finden, oder wir sind gegenwärtig hoffnungslos, dann lasst uns das Vaterunser beten, denn in diesem Gebet ist alles enthalten, um uns Gott zu nähern und seine All­macht anzuerkennen.

Heute allerdings stelle ich diese Bitte des Vaterunsers in die Mitte meiner Betrachtungen:

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Unwillkürlich stellen sich dem einen oder anderen die Fra­gen: Kann uns Gott zum Bösen verführen oder möchte Gott dich testen, ob du dem Bösen widerstehen kannst?

Um es vorwegzunehmen: Beide Fragen sind mit einem absoluten NEIN zu beantworten. Gott hat kein Interesse, seine Kinder dem Bösen zu überlassen oder uns gar in Versuchung zum Bösen zu führen.

Hier bringt das Matthäus-Evangelium ganz klar zum Ausdruck, dass Gott uns vor der Versuchung durch das Böse beschützen will.

Der Widersacher, als das Böse, bietet sich uns an, ihm zu dienen, genauso wie Gott sich uns anbietet, ihm zu folgen. Gott geht es darum, dass wir als Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können und die Wahl zur Entscheidung selbst in eigenen Händen halten, wel­chem Herrn wir dienen wollen. Beten im Sinn des 13. Verses können wir allerdings nur dann glaubhaft, wenn wir von Gottes Wesen und seinem Weg überzeugt sind und Ihn als Schöpfer, Gott und Vater anerkennen.

Wir sollten uns aber ganz bewusst machen, welche Zielsetzung das Böse hat. Das Böse möchte uns von Gott entfernen und es strebt unsere Gottlosigkeit an. Schauen wir uns nur in unserem nächsten Umfeld um, wie viel Gottlosigkeit vorhanden ist und wo wir mitunter mittendrin stecken.

Eine Schwierigkeit liegt zum Beispiel darin begründet, dass wir nicht wissen, wann die Verführung (oder Versuchung) uns begegnen wird. Ob wir den Anfechtungen widerstehen können, steht dazu noch auf einem ganz anderen Blatt, denn oft fühlen wir uns zu schwach, dem Bösen zu widerstehen. Und trotzdem ist es nötig, den Kampf gegen den Widersacher aufzunehmen. Der Kampf beginnt schon da, wo die eigene Bequemlichkeit aufhört. Zum Beispiel gilt es, sich dann zu äußern, wenn es kein anderer tut, oder wer steht auf, Stellung zu beziehen, wenn alle anderen sitzenbleiben? Wer begibt sich schon gern in Anfechtung, nur um des Wortes Got­tes willen? Ich denke an Textworte aus den Sonntagen vor Ostern. Selbst Petrus verleugnet seinen Herrn, ob­wohl Jesus ihm dies zuvor schon sagte oder er verliert den Mut, als er zu Jesus übers Wasser gehen soll.

So wie Jesus Christus den Petrus aufbaut, ihm die Hand reicht und ihn stark macht, genau so will Gott auch mit uns umgehen. Er gibt uns Kraft und Stärke, dass wir dem Bösen widerstehen können. Unser Glaubenskampf besteht darin, nicht an Gott zu zweifeln, auch wenn so manch eine Versuchung an uns herantritt. Deshalb will Gott verhindern, dass wir in die Versuchung des Bösen geraten.

Alles, was nicht gut ist, trägt den Kern des Bösen bereits in sich.

Seien wir wachsam, denn das Böse hat nur dann eine Chance, wenn wir an Gott zweifeln oder glauben, dass er uns verlassen hat und uns nicht hört oder sieht. Gott sieht allerdings auch unsere getroffene Entscheidung an. Willst du zum Beispiel streiten, alles besser wissen, uneinsichtig und eingeschnappt sein usw., dann fragst du nicht nach Gottes Willen und du verlässt die Liebe Jesu Christi.

Dies ist genau der Augenblick, wo der Teufel seine Stunde erkennt, um dich auf seinen Weg mitzunehmen. Und genau jetzt greift der Inhalt von Vers 13: Bewahre mich vor der Versuchung und erlöse mich von dem Bösen. Weil Gott gut und vollkommen ist, kann und wird er dich nicht zum Bösen verführen!

Je dichter wir in Gott und seiner Wahrheit eingebunden sind, desto geringer ist die Möglichkeit, dass das Böse Anteil an dir hat. Im natürlichen Leben besteht der Kampf zwischen Gut und Böse, bis wir unser Ziel in Gott erreicht haben. Ist dieser Kampf erfolgreich beendet, dann hast du ewigen Frieden in Gott.

Nur Gott kann uns ein ewiges Leben in Frieden anbieten, aber der Teufel möchte nicht, dass wir Gottes Kinder sind und Auferstehung in Gott finden und haben.

Lies zur Ermutigung im Philipper 4, 13 „… ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht“ und das ist Jesus Christus im Leben.

 

Gott mit uns!
Apostel André Hille