Wächterdienst
15 So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise,
16 und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.
17 Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
18 Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt,
sondern lasst euch vom Geist erfüllen.
19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern,
singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. (Epheser 5, 15-19)
Liebe Schwester, lieber Bruder in Jesus Christus unserem Herrn,
vielleicht fragst du dich gerade bei der Überschrift, wo will der Apostel hin?
Auch wir leben, wie unsere Mütter und Väter, in Zeiten, da das Böse mit allen Mitteln versucht, den Menschen von
einem christlichen Lebenswandel zu trennen. Allmählich wird der Mensch gleichgültig und lässt sich treiben. Das
Auseinandersetzen mit Gottes Willen und der Bestimmung des Menschen macht zu viel Mühe und es geht doch
auch so. Ist es dir und mir wichtig, unser Verhalten und unsere Worte zu überdenken, dann werden wir uns dazu Zeit
nehmen müssen. Wie viel liegt uns an einem christlichen Lebenswandel – eben anders zu sein als diese Welt?
Wollen wir beide Gottes Willen tun und für unseren Nächsten ein gutes Vorbild sein?
Christus selbst hat uns gewarnt vor der Zeit, in der wir jetzt leben. Es werden gewaltige geistige Kämpfe stattfinden
und große Verführungen an den Menschen herantreten.
4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe.
5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen:
Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. (Matthäus 24, 4-5)
Wir, die Gemeinde, stehen in einem ständigen Kampf der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse. Es geht nicht
um den Kampf gegen Fleisch und Blut, sondern um den Kampf gegen Mächte und Gewalten unter dem Himmel. Wir
sind in dieser Welt und diesen Kräften ausgesetzt, mit deiner und meiner ständigen Entscheidung zu Jesus Christus.
Da kommen wir in Situationen und an Stellen, wo wir uns dann fragen, wie sind wir hierhergekommen. Wo sind wir
falsch abgebogen und haben die entsprechenden Zeichen nicht erkannt? Paulus schreibt aus Sorge an seine Brüder
und Schwestern, also auch an uns. Er sieht in seinen Tagen die Gefahren, denen die Gemeinde ausgesetzt ist. Was
hat sich zu unserer Zeit geändert? Eigentlich nichts, nur dass das Böse andere Werkzeuge nutzt und jede noch so
kleine Lücke, vermeintlich ganz harmlos, nutzt.
Jetzt kommen wir zu dem Wächterdienst in der Gemeinde, dem Auftrag, die Gemeinde zu bewahren vor den Einflüssen
aus der Welt. Es fängt an mit dem oberflächlichen Sehen und Hören, dem harmlosen Verführt-Werden, dem
vermeintlich doch guten Kompromiss, den wir eingehen. Wir wollen doch beide den Frieden in unseren Familien und
in unseren Gemeinden. Doch wozu sind wir bereit, wo legen wir die Axt an unsere Glaubenswurzeln? Wachsamkeit
und Treue sind heute wieder sehr deutlich gefragt. Wo führen uns unsere Wege hin, näher zu Gott oder ist es der
Spagat zwischen Christus und Satan?
15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist.
Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.
16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben,
ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. (1. Johannes 2, 15-16)
Das sind doch recht deutliche Worte, die der Herr an sein Volk, an uns richtet: den breiten Weg zu verlassen und in
den Kampf des schmalen Weges einzutreten. Ein bisschen Kirche und ein bisschen Welt wird nicht funktionieren.
Da ist Verlockung, da ist Verführung, da ist es der Ruf nach Freiheit und der Wunsch nach Selbstverwirklichung.
Die Welt hält unzählige Möglichkeiten bereit. Ruhm, Ehre und Karriere sind nur einige, die uns angeboten werden.
Der Einfluss auf Leib, Seele und Geist ist sehr groß. Wir vergessen dabei, dass Gott Allmacht ist und seine Kinder
nicht verlässt. Was bleibt am Ende unserer Tage übrig, was hat bei Gott Gewicht, wenn wir bedenken, dass alles
Gnade ist? Worauf richten wir unser Trachten und Sinnen aus? Versuchen wir, auf einem schmalen Grat zu gehen
oder wählen wir den sicheren Weg mit Jesus Christus?
Gerade deshalb muss ein Weckruf von uns, von den Christen ausgehen. Zeigen wir auf, wo die Wege dieser Welt
hinführen und das sehr deutlich! Es beginnt in meinem Herzen, in unseren Familien und Gemeinden. Das Apostelamt
Jesu Christi hat von Gott einen großen Schatz geschenkt bekommen, das Vierfache Amt, die Lehrerschaft und die
damit verbundene Seelsorge. Es geht um die Bewahrung und Erbauung der Gemeinden. Jeder ist aufgerufen, sich
mit seinen Gaben zu beteiligen. Welche Speise bringen wir in die Gemeinde? Wird jeder davon satt und ist sie
bekömmlich? Wie begegne ich dem Menschen, den uns Gott in den Weg schickt? Wo wir Gefahren sehen, müssen
wir warnen und das mit dem lieben, aus dem Geist geborenen, Wort. Wir haben sehr oft die Angst, dass der Mensch
es falsch verstehen könnte oder morgen vielleicht die Gemeinschaft, den Gottesdienst verlässt. Wir beide sind der
Wahrheit verpflichtet und der Mensch kann daraus seine Entscheidungen treffen. Aber alles muss immer auf dem
Boden der Liebe gegründet sein. Es hilft nicht, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, zu sagen, dass wir das
haben kommen sehen. Wo haben wir dann ein Sicherheitsgitter über dem Brunnen angebracht? Wir haben uns
mitschuldig gemacht, weil wir nicht auf die Gefahr hingewiesen haben. Wir müssen gewappnet sein, die geistige
Waffenrüstung (vergangene Mitteilungsblätter 3_2023 – 5_2024) anlegen. Es reicht nicht, zu wissen, was dazu gehört,
sondern „Ich“ muss sie anlegen. Viele Menschen sind unzufrieden, ein Weg in Treue und Gehorsam reicht nicht
aus und wir greifen gerne nach den Sternen. Das Weite und Unerreichbare lockt und dabei sehe ich meinen Bruder
und meine Schwester, die Hilfe und Zuwendung brauchen, nicht mehr an meiner Seite.
Dank der Gnade Gottes wurde uns ein Kind geboren, das wuchs und zunahm. Er ist zum Christus (Erlöser) für „alle“
Menschen geworden. Er ist unsere Brücke, der Weg zurück zum Vater. Diesen Weg wollen wir den Menschen in Rat
und Tat aufzeigen und vor den Gefahren dieser Welt warnen, wie die Wächter auf der Schutzmauer der Stadt. Sie
warnen laut und deutlich vor dem Feind.
Apostel Matthäus
